Kreditorial-Glossar

Dispo: Der Dispositionskredit

Der Dispo (bzw. Dispokredit oder noch genauer Dispositionskredit) bezeichnet die beschränkte Überziehungsmöglichkeit für Privatpersonen auf einem Girokonto.

Mit dem Dispo können und sollen vorübergehende Minusbeträge (Soll) auf dem Konto die Begleichung von offenen Forderungen (z.B. von regelmäßigen Abbuchungen) ermöglichen ohne, dass diese kostenpflichtig zurückgewiesen werden.

Durch die sehr hohen Zinsen ist der Dispokredit nur für eine kurzfristige und vorübergehende Überziehung zu empfehlen. Längere Aufenthalte im Minusbereich schlagen übers Jahr betrachtet schnell mit dreistelligen Zinsbeträgen zu Buche.

Historie und Statistik

Den Dispozins gibt es laut Bankenverband seit 1970. Er spielt im gesamten Kreditvolumen jedoch eine untergeordnete Rolle ein. Laut Bundesbankstatistik beliefen sich die Dispokredite Ende 2011 auf auf lediglich 13,5 Milliarden Euro (Gesamtkreditvolumen der deutschen Haushalte: 140 Milliarden Euro). Die Tendenz für den Dispozins ist dabei fallend. Zum Vergleich: Im Dezember 2004 belief sich das Minus auf deutschen Girokonten noch auf 20 Milliarden Euro.

Wer bekommt Dispo und wie viel?

Welchen Kunden sie einen Dipositionskredit einräumt und vor allem wie viel, entscheidet jede Bank selbst. Beeinflusst wird diese Entscheidung von regelmäßigen Zahlungseingängen und dem Zahlungsverhalten. Einen Anspruch besitzt der Kunde nicht, sondern ist Verhandlungssache. Für gewöhnlich räumen Banken das zwei- bis zweieinhalbfache des Nettoeinkommens als Überziehungskredit ein. Daher kann dieser auch erhöht bzw. gekürzt werden, wenn sich die Einkommenssituation ändert. Wird man zum Beispiel arbeitslos, reagieren die Banken relativ schnell darauf und kündigen den Dispokredit um eine Verschuldung zu vermeiden.

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