Was gibt es beim Kredit für Studenten zu beachten?

Studentenkredit / Studienkredit

Wenn man vom Studentenkredit (oder genauer Studienkredit) spricht, meint man in der Regel die monatliche Bereitstellung von finanziellen Mitteln um dem Studenten oder der Studentin das Bestreiten eines Studium zu ermöglichen. Ein normaler Konsumkredit mit monatlicher Rückzahlung wie für Angestellte üblich wird hiermit nicht thematisiert, da der Student keine ausreichenden Sicherheiten in Form eines ordentlichen pfändbaren Einkommens vorweisen kann.

Für die Finanzierung des Studiums sind im Regelfall die Eltern verantwortlich. Sind diese dazu finanziell nicht oder nicht umfänglich in der Lage, kann zudem die Unterstützung von Bafög beantragt werden. Auch das Kindergeld welches bis zum 25. Lebensjahr gezahlt wird, steht den Studierenden zu. Sind die Lebenshaltungskosten und ggf. Studiengebühren unterm Strich nun aber immer noch höher als die monatlichen Mittel, so muss mindestens die Differenz auf anderen Wegen beschafft werden. Viele Studenten gehen daher einem Studentenjob nach - der Klassiker ist hierbei Kellnern oder Kassieren im Supermarkt. Durch die Studienreform und immer dichtere Lehrpläne, leidet hierunter jedoch meist das Studium selbst. 

Die Lösung ist ein privater Studienkredit, der die finanzielle Situation und Perspektive der Studenten berücksichtigt und damit einen Stützpfeiler für die heutige Hochschulausbildung darstellt. Dieser sorgt für Chancengleichheit bei der akademischen Ausbildung wenn die anderweitige finanzielle Unterstützung nicht gegeben ist. Laut einer Studie betragen die monatlichen Ausgaben eines Studenten im übrigen knapp 600 Euro. Das klingt zunächst nicht viel - muss jedoch trotzdem erst einmal aufgebracht werden.

Studienkredit für bessere Chancen [© Chris Brignell - Fotolia.com]

Allgemeine Merkmale eines Studienkredits:

  • monatliche Auszahlung (um dem Kreditzweck der laufenden Unterstützung gerecht zu werden und nicht Gefahr zu laufen, dass das Geld nach einer Einmalzahlung auch "auf einmal" ausgegeben wird)
  • Beschränkung in der Dauer (meist fünf Jahre) und der Kredithöhe (in der Regel mittelfünfstellig)
  • Verzinsung: meist günstiger während des Studiums und höhere während der Tilgung. Ggf. können gute Abitur- oder Hochschulzeugnisnoten auch Verbesserungen des Zinssatzes bewirken.
  • das Studium muss in der Regelstudienzeit (plus zwei bis drei Semester) abgeschlossen werden
  • die Beantragung muss nicht zum Studienstart erfolgen, sondern kann auch während des Studiums - etwa wenn sich die finanzielle Situation verschlechtert oder der Nebenjob das Studium beeinträchtigt - passieren. Auch ein zwischenzeitlicher finanzieller Engpass kann mit dem Kredit begegnet werden.
  • der Student muss bei den meisten Programmen an einer staatlich anerkannten Hochschulen eingeschrieben sein und auch regelmäßig den Studienplan vorlegen
  • es darf kein negativer SCHUFA-Eintrag bestehen

Möglichkeiten

  • KfW Studienkredit (174)
    • Onlineantrag oder über Bank bzw. Sparkasse
    • wird in monatlichen Beträgen (zwischen 100 und 650 EUR) ausgezahlt (keine Einmalzahlung möglich)
    • gefördert wird grundständiges Erststudium und Zweitstudium sowie Zusatz-, Ergänzungs- oder Aufbaustudium (postgraduales Studium), Fernstudium, Master (postgradual) sowie eine Promotion
    • unabhängig vom Studienfach
    • auch Auslandssemester wenn Immatrikulation im Inland weiterbesteht
    • nicht für BA-Studium oder Studium im Ausland
    • regelmäßige Immatrikulationsnachweise erforderlich
    • geringer verzinst als Bankendarlehen (derzeit 3,81 % Effektivzins, berechnet nach EURIBOR-Leitzins)
    • Tilgung bzw. Rückzahlung flexibel nach dem Studium
    • Zinszahlungen werden bereits von den Auszahlungen abgezogen (Zinsaufschub auf Antrag möglich)
  • DKB Studenten-Bildungsfonds
    • Auszahlung bis zu 650,- EUR im Monat (max. 39.000 EUR gesamt)
    • fester Zinssatz von 6,49 % (bonitätsunabhängig)
    • Rückzahlung max. 20 Jahre
    • Sondertilgungen ohne Zusatzkosten
    • für Studium an Hochschulen oder privaten Bildungseinrichtungen
    • Auszahlung bis max. Ende der Regelstudienzeit plus 2 Semester
    • mit kostenfreiem Konto und VISA-Kreditkarte
  • Banken
    • für Studenten kommt ein Kredit von einer normalen Bank oder Sparkasse üblicherweise nicht in Frage
    • Kredite werden nur vergeben, wenn dafür ausreichend Sicherheiten vorhanden sind
    • für Studenten ohne entsprechendes Einkommen wird dafür nur ein Kredit über eine Bürgschaft z.B. der Eltern in Frage kommen
    • einmalige Auszahlung des gesamten Betrags nicht für monatliche Lebenshaltungskosten, sondern für Sonderausgaben (z.B. Auslandsaufenthalt, Wohnungseinrichtung) sinnvoll.

Rückzahlung des Studienkredits nach erfolgreichem Studienabschluss [© Gina Sanders - Fotolia.com]

Rückzahlung des Studentenkredits

Die Kreditsumme der ausbezahlten Beträge plus Verzinsung muss natürlich erst nach dem Studium zurückgezahlt werden. Die verzögerte Rückzahlung erfolgt dabei je nach Angebot bis zu zwei Jahre nach der letzten Zahlung bzw. drei Monate nach Berufsstart (Karenzphase).

Die Tilgung selbst ist bei den meisten Anbietern flexibel, da man bei Abschluss des Kreditvertrags noch nicht wissen kann, wie die finanziellen Verhältnisse nach dem Studium sind, wie schnell man einen Job findet und wie hoch das Gehalt sein wird. So sind neben der Laufzeit (maximal um die zwölf Jahre) auch die Ratenhöhen für gewöhnlich relativ entspannt. Auch außerplanmäßige Sondertilgungen und Tilgungsplanänderungen sind nicht ungewöhnlich. Bedenken sollte man - wie bei der Rückzahlung jedes Kredits - jedoch, dass mit einer höheren Ratenlaufzeit gleichzeitig auch der jährlich zu bezahlende Zins steigt. Je schneller der Kredit abgezahlt wird, desto weniger Zinsen müssen unterm Strich bezahlt werden.

Sollte das Studium nicht in der vereinbarten Regelzeit beendet worden sein, kann die Bank den Vertrag kündigen und die komplette Schuldsumme zur sofortigen Zahlung stellen. Dieses Risiko gilt es zu berücksichtigen.

Alternativen zum Studentenkredit

Wie oben erwähnt, stellt der Studienkredit eine zusätzliche Möglichkeit der Finanzierung eines Studiums zur elterlichen bzw. Bafög-Unterstützung und einem Studentenjob dar. Neben dem Studienkredit gibt es dabei noch folgende Möglichkeiten, welche geprüft werden sollten:

  • Bildungskredit des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
  • Studienbeitragsdarlehen der Bundesländer
  • Stipendium
  • Bafög

    • staatliche Unterstützung für deutsche Staatsbürger bis 28 Jahre
    • jeweils hälftig Zuschuss und zinsfreier Kredit
    • nur für förderungsfähige Hochschulen und das Erststudium
    • nur wenn Eltern laut Steuerbescheid nicht genug Einkommen haben (wird bis zum Höchstbetrag abgestuft)
    • Rückzahlung spätestens 5 Jahre nach letzter Auszahlung (mit lohnenswertem Rabatt bei Rückzahlung in einem Rutsch)

Fazit

Der Kredit für Studenten ist zweifellos ein wichtiger Baustein in der Studiumsfinanzierung, sollte jedoch genau abgewogen werden. Durch die verzögerte Rückzahlung nimmt man dieses Geld gern an und wird sich angesichts des Uni- und Lernstresses möglicherweise der enormen finanziellen Verpflichtung nicht gänzlich bewusst. Diese sollte aber ernst genommen werden und als Motivation für ein zügiges und erfolgreiches Studium dienen.


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