Negativ-Kredit-Schlacht zwischen smava und check24

Das Unterbieten der Kreditzinsen im negativen Bereich nimmt seit dieser Woche Fahrt auf. Nachdem das Berliner Fintech smava in Zusammenarbeit mit der Fidorbank bereits im Sommer 2017 einen Kredit zu minus 0,4 Prozent offerierte, der auch gut angenommen wurde, vergibt das Vergleichsportal check24 nun einen Kredit von 1.000 Euro über 12 Monate zu minus 1,5 Prozent. Da es selbst auch keine Banklizenz hat, arbeitet es dabei mit der SWK Bank zusammen. Wenig später senkte smava wiederum auf minus 3 Prozent, dann check24 auf minus 3,5 Prozent und schießlich smava auf minus 5 Prozent.

Die Angebote sind zeitlich begrenzt, aber nicht mengenmäßig limitiert. Jede Person darf jedoch nur einen solchen Kredit aufnehmen. Außerdem muss eine gute Bonität vorhanden sein - und Kunden berichteteten in der Vergangenheit, dass sie diesen Zinssatz nicht erhalten haben. Zur Umschuldung eines Dispokredites eignet sich dieser Aktionskredit also nicht. Eher zur Finanzierung eines ohnehin geplanten Kaufvorhabens und ggf. den Dispo zu schonen.

Die entsprechenden immensen Kosten für den Wanderpokal "Deutschlands günstigster (Online-)Kredit" werden dabei also von den Portalen übernommen und können demnach als eine Art Marketingausgabe gesehen werden: Schließlich mache solche Aktionen die Anbieter bekannter auch für Kredite, die über diese Lockangebote von 1.000 Euro hinausgehen. Zudem sammelt man wertvolle Kundendaten - sowohl jedes einzelnen Kunden für eine gezielte Ansprache zu weiteren Angeboten, als auch statistische Werte.

Um diesen Preiskampf ad absurdum zu führen, bot das Portal Finanzcheck nun sogar einen auf 100 Kunden limitierten Kredit zu minus 100 Prozent für 1.000 Euro an. Damit wollte man diese Aktionen der Konkurrenz abkürzen um zu zeigen, dass diese nicht nachhaltig seien. Angefangen hatte smava bereits 2015 als es einen 1.000-Euro-Kredit zu 0 Prozent Zinsen anbot und check24 2016 gleichzog.

Der Kunde läuft bei solchen Angeboten natürlich auch Gefahr, seine SCHUFA-Auskunft und Bonität negativ zu beeinflussen. Wie aussagestark ist schließlich das Signal, dass man wegen gerade einmal 1.000 Euro einen Kredit aufnehmen muss. Der Zinssatz wird dabei auch nicht vermerkt, so kein konkreter Rückschluss auf diese Werbeaktionen möglich ist. Auch sollte man beachten, dass nicht nur der abgeschlossene Kreditvertrag bei der SCHUFA oder anderen Auskunfteien vermerkt wird, sondern auch - zeitlich begrenzt - jede Kreditanfrage. Und wenn man wirklich einmal auf eine Finanzierung angewiesen ist - z.B. eine Immobilienfinanzierung - kommen einen solche unnötigen Experimente teuer zu stehen, wenn man diese dort mit einem erhöhten Zinssatz bezahlt.


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