10.11.2015

zdf zoom: Vorsicht Kreditfalle! - Wie Kunden abgezockt werden

In diesem Beitrag werden POS-Kredite, also Kredite direkt im Geschäft (Point of Sale) - wie z.B. in Küchenstudios, Möbelmärkten, Autohäusern oder Elektronikmärkten üblich - thematisiert. Geworben wird dabei gern mit einer 0-Prozent-Finanzierung um den Umsatz des Händlers anzukurbeln. Bonitätsprüfungen finden dabei meist nur oberflächlich statt: Kunden, die in einer Bank keinen Kredit bekommen würden, haben im Geschäft eine beträchtlich höhere Chance, einen Kredit für ihre neue Anschaffung zu erhalten.

Als Sicherheit dient der Bank dabei vor allem die Restschuldversicherung, welche gleich mit abgeschlossen wird und Zahlungsausfälle durch Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Tod übernehmen soll.

Im Beitrag werden verschiedene Fälle beleuchtet, in denen die Restschuldversicherung jedoch nicht gezahlt hat wie vom Verbraucher beim Vertragsabschluss erwartet und eben genau dann wenn es für ihn oder seine Angehörigen darauf ankommt:

  • Bei einem Rentner, der eine Küche auf Kredit über creditplus gekauft hat, zahlte die Restschuldversicherung unter Berufung auf ihre Bedingungen nicht, da Todesfälle aufgrund bestehenden Vorerkrankungen nicht versichert sind. Ob eine solche Vorerkrankung jedoch zum Tod geführt hat, wurde nie geklärt. Die Erben mussten in diesem Fall die Raten nebst einer Mahngebühr bezahlen.
  • Ein Dachdecker ist nach einem Unfall nicht mehr in seinem Beruf arbeitsfähig. Operationen und Reha verhinderten sogar eine Querschnittslähmung. Ein per Kredit von der Santander Consumerbank im Autohaus gekauftes Auto kann der Mann nun nicht mehr abzahlen. Die Restschuldversicherung kostete über 1.500,- Euro und hat zunächst die Raten gezahlt, stellte die Zahlungen dann aber nach einem Bericht an die Rentenversicherung ein. Dieser Bericht besagte eine Berufsunfähigkeit des Mannes - die Police versicherte jedoch nur Arbeitsunfähigkeit, also wenn man nur vorübergehend nicht in seinem Beruf arbeiten kann.
  • Auch bei den Null-Prozent-Finanzierungen sollte man sich genau durchlesen was man unterschreibt. Ein über solch einen Kredit gekaufter Fernseher verteuerte sich durch eine nicht erwähnte Restschuldversicherung und am Ende war es faktisch ein Kredit zu 9 Prozent Zinsen.

Über 1,3 Millionen abgeschlossene Restschuldversicherungsverträge gab es laut BaFin im Jahr 2013. Die Versicherungssumme betrug über 10,7 Milliarden Euro. Ein lukratives Geschäft für die Beteiligten. Die aufgrund der niedrigen Leitzinsen niedrigen Gewinne im Konsumentenkreditgeschäft, zwingen die Banken sich mit dem Cross-Selling beschäftigen - also Zusatzprodukte zum Kreditvertrag anbieten. Es wird hier von stattlichen Provisionen ausgegangen, die die Versicherungsunternehmen den Banken dafür zahlen - sog. Kick-back-Geschäfte. Gerade diese Provisionen machen die Policen so sehr teuer. Eine Absicherung über den freien Markt - also nicht über Partnerversicherungen der Banken - würde oft nur einen weitaus geringeren Betrag kosten.

Generell geben sich die Banken und Versicherungen stets so, dass sie der Kunde vollumfänglich und korrekt aufgeklärt wurde. Das wird man im Einzelfall meist nicht mehr prüfen können. Der dringende Hinweis lautet daher, alles was man unterschreibt gründlich zu lesen und sich nicht drängen zu lassen. Am besten nimmt man den Vertrag zunächst mit nach Hause und gibt ihn auch jemand anderem zu lesen. Auf ein oder zwei Tage mehr kommt es bei einer größeren Anschaffung nicht an - auf drei- oder vierstellige Mehrsummen jedoch schon. Prüfen Sie bei jeder einzelnen Unterschrift, wofür Sie unterschreiben - z.B. für ausgehändigte Kreditunterlagen.

Verbraucherschützer raten vom Abschluss einer Restschuldversicherung ab.

 


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