Aktuelle Statistiken zur Schuldnerberatung

Wer seine Schulden nicht mehr bezahlen kann, sollte unbedingt eine der 1.400 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland aufsuchen. Aufgrund von anonymisierten, freiwillig eingereichten und hochgerechneten Daten von 103.000 beratenen Personen in 395 dieser Beratungsstellen, hat das Statistische Bundesamt die Überschuldungsstatistik 2014 veröffentlicht:

  • Demnach liegen die durchschnittlichen Schulden einer solchen überschuldeten Person bei 34.504 Euro
  • das entspricht etwa dem 34-fachen, was dieser Personenkreis im Monat als Einkommen erwirtschaftet (1.020 Euro)
  • wenn dieser durchschnittliche Schuldner also alle seine regelmäßigen Einkünfte für die Entschuldung einsetzen könnte, würde er 34 Monate dafür benötigen (Verschuldungsintensität)
  • Männer sind dabei deutlich verschuldeter als Frauen (durchschnittlich 40.364 vs. 28.167 Euro)
  • wer erwerbstätig ist, hat auch höhere Schulden als erwerbslose Personen (durchschnitlich 45.845 vs. 27.343 Euro) - das resultiert daraus, dass Arbeitslosen oder bonitätsschwachen Verbrauchern aus nachvollziehbaren Gründen nicht so einfach ein Kredit gewährt wird
  • die höchsten durchschnittlichen Schulden haben Paare ohne Kinder (49.677 Euro), alleinerziehende Männer (47.099 Euro), Paare mit mind. einem Kind (37.488 Euro) und alleinlebende Männer (34.343 Euro)
  • Auslöser der Überschuldung sind dabei meist der Verlust des Arbeitsplatzes (19 Prozent), Trennung bzw. Scheidung vom oder Tod des Partners (12 Prozent), Erkrankung, Sucht oder Unfall (12 Prozent), nicht genügend verantwortungsbewusste Haushaltsführung (11 Prozent) und eine gescheiterte Selbstständigkeit (8 Prozent)

Die Erfahrung hat gezeigt: Auf ein Konsumhoch folgt ein Schuldenhoch. Und da das Konsumklima derzeit sehr positiv ist, werden die Schuldnerberatungen in den nächsten Jahren entsprechend noch mehr zu tun haben.